Wanderbank selber bauen

Da wir gerne wandern und auf einer unserer Lieblingstouren in unserer Gegend immer im Gras sitzen, kam mal die Idee auf wir könnten doch auch eine Sitzbank aus Holz für uns und andere Wanderer bauen. Die Sitzbank sollte einen naturnahen Charakter haben, also aus Holzstämmen und Holzbohlen gebaut sein.

Folgende Punkte waren uns beim Bau wichtig:

Material

Baumstämme:
40x29 [cm]
Sitzbohlen:
150x27x5 [cm]
Rückenlehne:
150x23x3,5 [cm]
Hilfsbretter:
130x8x2 [cm]
Stützenkantholz:
71x7,5 [cm]
Haltekantholz:
20x4,5 [cm]
Holzschrauben:
200x8, 100x6, 70x6, 50x5 [mm]
Holzschutzfarbe:
1,5L (colorPlus farblos)

Werkzeug

Holzbearbeitung

Bohlen und Kanthölzer hab ich ganz einfach mit meiner Einhand Säbelsäge zugesägt, das geht am schnellsten. Danach wurden alle sichtbaren Kanten erst mit dem Bandschleifer und dann noch mal leicht per Hand geschliffen, weil mir eine leichte Abrundung gut gefällt.

Die Hölzer wurden mit der farblosen colorPlus Holzschutzlasur 3x von allen Seiten gestrichen. Mit der Holzschutzfarbe habe ich allerdings keine Erfahrung, hab mich einfach für diesen Hersteller entschieden weils ein deutsches Produkt ist.

Die farblose Variante hab ich gewählt, weil mir Holz Original am Besten gefällt. Nachträglich hab ich gelesen, dass bei Verwendung von transparenter Holzschutzfarbe, das Holz langsam ausgraut. Naja egal, werd mal in 1-2 Jahren ein Bild der Wanderbank mit dazustellen, dann sehen wir ja wie se sich witterungsbedingt verändert :-)

Holzstämme

Die beiden Holzstämme haben wir von einem Arbeitskollegen geschenkt bekommen. Der Durchmesser von 29cm war allerdings etwas zu niedrig bemessen. Um eine ordentliche Sitzhöhe hinzubekommen wären mindenstens 35cm besser gewesen. Am geplanten Wanderweg Standort werden wir aber sowieso noch Steinplatten als Schutz vor dem nassen Erdreich unterlegen und so die Wanderbank auf eine gute Sitzhöhe ausrichten.

Über die Schnittfläche der Motorsäge bin ich noch mal kurz mit dem Bandschleifer drüber und auch die etwas ausgefransten Kanten wurden mit dem Gerät abgerundet. Anschliessend wurde die Schnittfläche 3 mal mit der Holzschutzfarbe gestrichen.

Nach dem Trocknen der Farbe, habe ich bei den Baumstamm Teilen erst mal festgelegt welche Schnittfläche nach vorne gerichtet sein soll. Anschliessend drehte ich beide solange um die eigene Längsachse, bis diese einen guten Stand und eine möglichst waagrechte Höhe zwischeneinander hatten.

Der Sitzbohlen wurde dann mal kurz provisorisch aufgelegt, um die beiden Baumstämme auf einen optisch schönen Abstand zueinander auszurichten. Danach wurde der Sitzbohlen wieder zur Seite gelegt.

Sitzfläche

Vor uns liegen jetzt nur zwei korrekt ausgerichtete Baumstamm Stücke. Auf diese werden die beiden Hilfsbretter aufgelegt, mit insgesamt 8 Schrauben (70x6) direkt oben auf die Holzstämme angeschraubt und somit die Positionen schon mal leicht fixiert. Die Hilfsbretter sind kürzer und insgesamt auch schmäler als der Sitzbohlen und sind später fast nicht mehr sichtbar.

Der starke Sitzbohlen wird nun verkehrt herum auf dem Boden gelegt. Unsere Konstruktion aus Baumstämmen und Hilfsbretter wird um 180 Grad gedreht auf den Sitzbohlen gelegt. Danach schraubt man die Hilfsbretter mit 20 Schrauben (50x5) an die Unterseite des Sitzbohlen an. Mit dieser Lösung sieht man später auf der tatsächlichen Sitzoberfläche keine Schrauben.

Dreht man das ganze jetzt wieder um 180 Grad herum hat man schon eine schöne natürliche Holzbank ohne Lehne.

Der Holzbohlen, den wir ebenfalls geschenkt bekamen, hatte mit 5cm eine sehr gute Stärke als Sitzbankfläche. Die Breite von 27cm war allerdings etwas schmal, da wären 5cm mehr besser gewesen.

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Stützen

Jede Stütze wurde unten mit einer einzigen grossen langen Schraube (200x8) etwa 10cm vom Stammende und vertikal mittig angeschraubt. Die Schraube wurde noch nicht ganz festgezogen, sodass man die Kanthölzer und somit den Winkel der Rückenlehne später noch ausrichten kann.

Mit den mittleren Holzschrauben (100x6) wurden dann die beiden Haltekanthölzer von unten an die Sitzfläche (Sitzbohlen+HilfsBretter!) geschraubt. Bei einem allerletzten Probesitzen mit leichten Anlehnen an die Stützen, ermittelte ich einen Winkel von 22-23 Grad als optimal für meinen Geschmack - lässt sich am einfachsten mit der Winkel App vom Handy messen :) Anschliessend wurden die Haltekanthölzer mit den gleichen Holzschrauben wie bei der Sitzfläche auch an die Stützen geschraubt und die grosse Holzschraube am Stamm festgezogen.

Anfangs hatte ich die Sitzfläche direkt an den Stützen anstehen, aber mein Sitzbohlen war mit 27cm einfach etwas zu schmal und man sitzte nicht gut. Deswegen hab ichs nachträglich nochmal auseinandergebaut und einen Abstand von 5 cm zwischen Stützenkantholz und Sitzbohlen eingebaut.

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Rückenlehne

Damit keine Schrauben auf der Vorderseite der Rückenlehne sichtbar sind, wurde diese von hinten durch das Stützenkantholz geschraubt. Die Schrauben haben so allerdings nur etwa 3cm halt in der Rückenlehne, was wirklich sehr wenig ist. Deshalb wurde jede Stütze gleich mit 6 Schrauben der Grösse (100x6) verbunden.

Das Brett das als Rückenlehne dient wurde ein paar Zentimeter tiefer als die Oberkante der Stützen in Waage festgeschraubt, weils mir so optisch am besten gefiel. Falls eine Stütze etwas mehr raussteht als die andere, einfach nochmal die Säbelsäge ansetzen und angleichen.

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Grafik Logo

Um ein Heavy Metal Logo auf dem Holz der Rückenlehne anzubringen, brauchte ich erst mal eine Schablone. Also druckte ich mir eine Grafik auf ganz normalen 80 g/m² Druckerpapier aus. Danach laminierte ich das Papier in eine 80 mikron Laminierfolie ein. Die Bereiche, auf denen später die Farbe aufs Holz gesprüht werden soll, schnitt ich mit einem Bastelskalpell mit spitzen Skalpellklingen aus der Folie heraus.

Eigentlich wollte ich das Bild mit einem Bunsenbrenner auf das Holz flämmen, aber beim Test mit einer Heissluftpistole bei 650 Grad schmorte die Laminierfolie zu nen Klumpen zusammen:) Plan B war dann, das Logo aufs Holz mit ner Spraydose zu lackieren. Die Schablone befestigte ich dazu mit Klebeband und UHU Patafix auf der Rückenlehne und sprayte dann ein paar Schichten schwarze Farbe drüber. Die Kanten waren zwar nicht exakt, da sich die leichte Schablone immer etwas abhob, aber wie man auf den Bilder sieht ist das Ergebnis trotzdem gut geworden.

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Testen

Über den Winter haben wir die Wanderbank einfach mal direkt vor meiner Hobby Brauerei aufgebaut. Wie schon weiter oben beschrieben wars nötig die Bank auf zwei Plasterplatten zu stellen um eine gute Sitzhöhe zu erhalten. Den schiefen Untergrund haben wir einfach mit Gummiplatten ausgeglichen. Bei diesen provisorischen Standort kann man schnell und einfach mal was reparieren, sollten in den nächsten Monaten Probleme auftreten.

Wie man an den Bilder sieht war der Winter 2020/2021 auch ziemlich heftig. Die Wanderbank hat ziemlich viel Regen und Schnee abbekommen. Das Holz der Sitzfläche hat sich trotz Schutzanstrich verändert. Es sind kleine schwarze Punkte zu sehen wahrscheinlich Bläuepilze und auch bereits Holzvergrauung.

Ich sehe dafür zwei mögliche Gründe:
1. Die Sitzfläche war den Winterrungseinflüssen viel mehr ausgesetzt als die Rückenlehne
2. Der ungehobelte Holzbohlen der Sitzfläche liess sich nicht so glatt schleifen wie die anderen Holzteile

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Aufstellen

Im Frühjahr haben wir dann mit nem langen Dacia vom Schwankl die Wanderbank an den geplanten Wanderweg Standort auf dem Pfad der dunklen Biere zwischen Leups und Schnabelwaid transportiert (Goolge Maps).

Erstmal wurden für die beiden Pflasterplatten etwa 8cm tiefe Löcher ausgegraben und mit etwas Pflastersplitt gefüllt. Darauf setzen wir dann die Platten leicht nach hinten fallend und in Waage zueinander. Die Platten sollen die Baumstämme vor Nässe schützen damit sie länger halten.

Im letzten Schritt wurde dann die Wanderbank auf die Platten gestellt und ausgerichtet. Die Sitzbank haben wir ganz leicht nach hinten abfallen lassen, da man so bei Sitzen nicht nach vorne rutscht. Zum Schluss wurden die Platten dann noch mit dem ausgehobenen Erdreich leicht bedeckt um ein natürliche Optik herzustellen.

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Erfahrungsbericht

Wenn ich wieder mal ne Wanderbank baue, dann würde ich 5cm stärkere Holzstämme und eine 5cm breitere Sitzfläche ausprobieren ... wobei wenn ich so überlege da könnt ma auch gleich ne Wanderbank aus 30 Liter Bierfässern statt der Baumstämme bauen :)

Die nächsten beiden Baumstämme und eine Heavy Metal Metallschablone sind bereits bestellt :)

Bilder

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