Rührwerk : 100 Liter

Unser selbstgebautes 100 Liter Rührwerk besteht aus einem kleinen 230V Elektromotor, einer Edelstahlplatte und einer Welle mit 6 Blättern. Alle Metallteile wurden aus 1.4301 Edelstahl angefertigt.

Motor

Von unserem Kumpel Jan bekamen wir einen kompackten 230V Elektromotor geschenkt. Der Motor war in einem grossen Kühlschrank für die Eiswürfel zuständig. Durch ein integriertes Zahnradgetriebe ist der kleine Motor stark genug um unsere 100 Liter Würze zu rühren.

Planung

Bevor wir uns an den Bau des Edelstahl Rührwerks machten, fertigten wir erst einmal eine grobe Schnittzeichnung von unseren Vorstellungen an. Danach bauten wir mit unserem gebrauchten Elektromotor einen funktionsfähigen Prototypen aus Holz.

Am Ende eines Brautages benutzten wir die übrig gebliebene Restmaische und füllten unseren Maischbottich wieder mit ca 50 Liter Maischflüssigkeit auf. Anschliessend testeten wir mit dem Prototypen, ob unser kleiner Motor die für ca 100 Liter Würze notwendige Maischmenge auch schaffte.

Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Schnittzeichnung Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Prototyp

Bauteile

Anhand unseres Holz Prototyp berechneten wir anschliessend die Grössen für die notwendigen Metallteile. Alle Bauteile sind aus lebensmittel geeigneten 1.4301 Edelstahl und wurden wie auch der Viton Wellendichtring im Internet bestellt.

Noch vor dem Schweissen bearbeiteten wir die Teile einzeln, da man so besser an alle Stellen kam. So wurden die Kanten der Bleche entgratet, die Oberflächen geschliffen und anschliessend poliert.

Trägerplatte
700 x 100 x 8
Welle
410 x 14
Blätter
180 x 60 x 4
Verkleidung
200 x 100 x 2
Kabelkanal
300 x 20 x 20 x 1,5
Wellendichtring
14 x 28 x 7
Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Edelstahl Teile Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Wellendichtring

Schweissen

Das Zusammenschweissen der einzelnen Teile erledigte wieder einmal unser Kumpel Hasi in unserer Werkstatt. Die speziellen Elektroden mussten dabei noch nen Tick hochgradiger sein als das Edelstahl Material. Ecken und Spalten versuchten wir möglichst rund aufzufüllen um die spätere Reinigung zu erleichtern.

Nach dem Schweissen war wieder schleifen und polieren angesagt. Viele Stellen mussten dabei per Hand bearbeitet werden, da man sie mit dem Winkelschleifer oder der Bohrmaschine nicht erreichte.

Im letzten Arbeitsschritt wurden die Schweissstellen mit speziellen Mittel mehrfach gebeizt und anschliessend gründlich gereinigt.

Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Schweissen

Ausbaustufe 1

Bei unserer ersten Planung wollten wir das Rührgerät zusammen mit unserem kleineren 50 Liter Maischbottich verwenden. Leider stellte sich das als Fehlplanung heraus, da die für unsere neue Ausschlagsmenge notwendige Menge aus Schrot und Wasser viel grösser war.

Also mussten wir sowohl die Welle, als auch die Rührblätter noch mal verlängern um unser Rührwerk in unserem 100 Liter Topf betreiben zu können. Also wieder mal Schweissen, Schleifen, Polieren und Beizen :(

Ausbaustufe 2

Beim ersten Einsatz unserer neuen 100 Liter Brauanlage Miriam funktionierte das selbstgebaute Rührwerk anfangs wunderbar. Nach ca 15 Minuten schaltete es dann aber plötzlich ab und ging gar nicht mehr. So musste unser Oberbrauer mal wieder zum Holzlöffel greifen ;-)

Wir vermuteten, dass der Motor über die Edelstahlwelle und die Edelstahlplatte durch die Sudhitze viel zu warm wurde und deshalb ein Sicherheitsregler den Motor abstellte.

Nächster Gedanke war, dass wir einen Lüfter brauchen, der den Motor kühlte. Unser Kumpel Michi besorgte dann einen 230V Lüfter, der früher in einem Schaltschrank im Einsatz war.

Für die Luftansaugung und den Luftausgang musste allerdings auch wieder das Motorgehäuse umgebaut werden. Unser Kumpel Knut erledigte dies voll professionell. Auf der einen Seite wurde ein rundes Ansaugloch von ca 10cm ausgefräst und auf der anderen Seite längliche Auslassschlitze.

Der Lüfter wurde gleichzeitig mit dem Rührwerkmotor aktiviert. Beim Testen funktionierte alles wunderbar und auch die Geräuschentwicklung war niedrig.

Aber unglaublich im produktiven Einsatz schaltete doch der doofe Motor wieder mitten beim Maischen ab :( Eine neue Fehleruntersuchung, ein neuer Plan und eine dritte Ausbaustufe musste somit her!

Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter (1) Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter (2) Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter (3)

Ausbaustufe 3

Bevor wir den Motor entgültig als nicht tauglich einstuften und wegschmissen, wollten wir ihn noch ein bischen weiter zerlegen. So entfernten wir die äussere Gewindeschutzabdeckung und entdeckten unter Klebeband den Temperaturfühler.

Die Schutzabdeckung liessen wir dann komplett weg, wodurch der Luftstrom vom Lüfter den Motor besser kühlen konnte. Den Temperaturfühler überbrückten wir kurzer Hand und nahmen einfach in Kauf, dass der Motor beim nächsten Einsatz hinüber sein könnte.

Beim nächsten Brauvorgang testen wir die neue Ausbaustufe und alles klappte wirklich super. Der Motor lief und lief und lief und unser Oberbrauer hatte kaum mehr was zu tun :)

Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Maischen Bier Brauen : Technik : Rührwerk : 100 Liter : Mit Topf

Erfahrungsbericht

Von der ersten Idee bis zum fertigen Rührwerk brauchten wir ganze 6 Monate, aber ein eigenes Rührwerk ist bei 100 Liter Würze eine enorme Verbesserung. Es spart nicht nur einige Arbeitsschritte ein, auch bleibt der Deckel immer geschlossen und das Aufheizen geht somit schneller.

Bei einem gebrauchten Motor würden wir das nächste mal mit dem Prototyp einen längeren Testlauf durchführen. Ein regelbarer Motor mit einer schnelleren Stufe für das Einmaischen wäre wünschenswert.

Notwendige Edelstahlteile besorgen wir mittlerweile nicht mehr im Internet, sondern gehen direkt zu einem Stahlbetrieb in der Nähe, der uns die Bleche für ein paar Euro zuschneidet.

Das Schweissen, Schleifen, Polieren und Beizen war ein ziemlich grosser Aufwand. Bei einer neuen Planung würden wir auf jedenfall überlegen, ob man die Verbindungen der einzelnen Teile nicht auch über Verschraubungen realisieren könnte.

Alles in allem sind wir aber äusserst zufrieden mit unserem Rührwerk :)

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